Mit dem Ziel die Biodiversität in den Alpen zu erhalten, wurden in den letzten Jahren im gesamten Alpenraum grosse Anstrengungen unternommen, um ein alpenweites ökologisches Netzwerk zu errichten. In verschiedenen Dokumenten, Publikationen und Berichten werden Ansätze, Werkzeuge und Aktivitäten dargestellt, die die Umsetzung eines ökologischen Netzwerks über den Alpenbogen hinweg unterstützen. Manche dieser Informationen waren bisher noch nicht für ein breites Publikum zugänglich. Andere bestehen nur als eigenständige umfassende Publikationen. Daher wurden diese Konzepte und Ergebnisse jetzt gesammelt und liegen zusammengefasst in dem englischsprachigen Bericht "Implementing a Pan-Alpine Ecological Network - A Compilation of Major Approaches, Tools and Activities" der BfN-Skriptenreihe vor. Eine CD am Ende des Berichts beinhaltet alle digital verfügbaren Informationen. Der Bericht ist unter http://www.alpine-ecological-network.org/index.php/latest-news-mainmenu-2 zum download bereit.
Für den 11. August 2010 hat eine Expertengruppe in der Pilotregion Monte Rosa (I) einen Abend für die lokalen Interessenträger (Landwirte, Gemeinden, Tourismusverbände, Bergführer und Liftbetreiber) organisiert, an dem verschiedene Aspekte der Beziehung zwischen Biodiversität und Landwirtschaft erläutert werden.
Neben einem rein naturkundlichen Teil, in dem das Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung "Ambienti glaciali del Monte Rosa" (Gletschergebiet des Monte Rosa) vorgestellt wird, befasst sich ein weiterer Teil des Abends speziell mit dem ECONNECT-Projekt und mit der Bedeutung einer Landwirtschaft, die die naturkundlichen Aspekte, wie zum Beispiel den ökologischen Verbund, berücksichtigt.
Eine Präsentation und eine kleine Verkostung von DOP-Produkten des Aostatals runden den Abend ab. Das Veranstaltungsprogramm liegt bei. Für weitere Informationen: c.sedda@regione.vda.it
Die deutsche Regierung wird mit einem "Bundesprogramm Wiedervernetzung" an den wichtigsten Stellen der Wanderstrecken wilder Tiere Querungshilfen über Verkehrswege errichten.
In diesem Jahr wurde in Deutschland erstmals eine Untersuchung über Lebensraumkorridore durchgeführt, die eine wichtige Arbeitsgrundlage für die Umsetzung des Programms darstellt.
Das Bundesprogramm Wiedervernetzung wird verschiedene Aspekte der Lebensraumvernetzung behandeln, so zum Beispiel Infrastrukturinvestitionen, Naturschutz, Raumplanung, Forschung, Bewusstseinsbildung und internationale Zusammenarbeit.
Die Investitionen für Querungshilfen werden auf der Grundlage einer Prioritätenliste, welche die wichtigsten Wiedervernetzungspunkte umfasst, durchgeführt.
Im Rahmen eines umfangreichen Konjunkturprogramms werden bis 2011 rund 69 Millionen Euro in 17 Maßnahmen, vorwiegend so genannte Grünbrücken, investiert.
Das Bundesprogramm Wiedervernetzung stützt sich auf die Erkenntnis, dass Investitionen in die Lebensraumvernetzung die Verkehrssicherheit erhöhen und gleichzeitig dem Naturschutz dienen. Das deutsche Straßennetz gehört zu den dichtesten in Europa. Entsprechend stark ist die Zerschneidung der Lebensräume wilder Tiere und das wiederum hat ein hohes Unfallrisiko durch Wildwechsel zur Folge. Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 3000 Menschen bei Wildunfällen verletzt, mehr als 20 Menschen kommen dabei ums Leben.
Der Deutsche Jagdschutz-Verband geht von mindestens 250.000 Kollisionen mit Tieren pro Jahr aus. Wildunfälle verursachen jährlich einen Sachschaden von rund 500 Millionen Euro.
Für weitere Informationen: http://www.bmu.de/pressemitteilungen/aktuelle_pressemitteilungen/pm/45883.php (D)
Source: CIPRA International (www.cipra.org)
Im Groane-Park, einem Schutzgebiet am Fuße der Alpen nahe der Stadt Mailand, wurde eine Unterführung für Amphibien und Kleintiere errichtet, damit diese sicher die Straße überqueren können, die den Park durchschneidet.
Bei dem 2009 fertig gestellten Bauwerk handelt es sich um die erste Amphibienunterführung in der Poebene. Sie ermöglicht Molchen, Kröten, Fröschen und anderen Tieren wie Ringelnattern, Vipern und Eidechsen die freie Wanderung im ganzen Park, ohne dass sie Gefahr laufen, von fahrenden Autos zerquetscht zu werden.
Weitreichenderes Ziel der Maßnahme, die in Kürze einen zweiten Arbeitsabschnitt vorsieht, ist die Erhaltung und Erhöhung der biologischen Vielfalt im Park durch die Verbesserung der ökologischen Verbindung zwischen den zwei Gebieten von gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) Pineta di Cesate und Boschi delle Groane.
Zwar wurden noch keine quantitativen Erhebungen durchgeführt, aber die bisherigen Beobachtungen zeigen, dass der ökologische Korridor zwischen den beiden Gebieten von den im Park lebenden Amphibien genutzt wird.
Gute Praktiken dieser Art sind ein Beispiel dafür, welche Maßnahmen durch das Econnect-Projekt in den Pilotregionen für den Amphibien- und Kleintierschutz in den Alpen umgesetzt werden sollen.
Für weitere Informationen klicken Sie bitte hier (I)
Quelle: WWF Italien
Ein Inventar über sämtliche Strömungshindernisse verzeichnet 60'000 auf und an französischen Fliessgewässern errichtete Staudämme, Schwellen, Schleusen, Deiche, Mühlen usw. Das Inventar wurde vor kurzem als online-Karte herausgegeben. Die Bauwerke sind geordnet nach Departement, Gemeinde oder Wasserlauf. Diese Bauwerke behindern die Wanderbewegungen der Arten und den Sedimenttransport und beeinträchtigen somit die Ökosysteme.
Die Hindernisse stehen mitunter dem Ziel eines guten ökologischen Zustands der Fliessgewässer im Wege, welches gemäss dem französischen Gesetz LEMA über Gewässer und Wassermilieus bis 2015 erreicht werden sollte.
Die Versuchsanstalt der Universität Kassel/D hat eine neuartige Lockstrompumpenanlage entwickelt. Dem Fluss wird oberhalb des Fischaufstiegs Wasser entnommen, das an dessen Eingang mit einer Düse herausgedrückt wird. Die so verstärkte Strömung hilft den Fischen, den Einstieg zur Wanderhilfe zu finden. Den umweltverträglichen Abstieg von Fischen sollen Fischsperren ermöglichen. Dies sind Gatter aus Kunststoff, die verhindern, dass die Fische in den Kraftwerkskanal einschwimmen.
Quellen und Infos: Bauwerkskarte : http://carmen.carmencarto.fr/66/ROE.map (F), http://www.actu-environnement.com/ae/news (F), http://www.sonnenseite.com (D)
(www.cipra.org)
Anlässlich des Internationalen Tages der biologischen Vielfalt am 22. Mai startet der von den Partnern des Projekts "ECONNECT - Restoring the web of life" ins Leben gerufene Fotowettbewerb. Der Wettbewerb richtet sich an europäische Hobby- und Profifotografen und zielt darauf ab die Bedeutung ökologischer Verbindungen im Alpenraum in aussagekräftigen Bildern darzustellen.
Tier- und Pflanzenarten müssen sich zwischen verschiedenen Lebensräumen in der Landschaft bewegen können. Häufig jedoch behindern von Menschen errichtete Hindernisse die freie Wanderung von Tieren und Pflanzen: Autobahnen und Eisenbahntrassen, Grenzen oder unterschiedliche Gesetzgebungen der Länder werden so zu einem unüberwindbaren Hindernis, das die natürliche Ausbreitung von Pflanzen und Tieren beeinträchtigt.
Die Herausforderung für die Teilnehmer des Fotowettbewerbs „Bilder überwinden Grenzen„ besteht darin, diese Problematik in Bildern festzuhalten und zu kommunizieren. Die Bilder sollen Beispiele von Barrieren zeigen, aber auch die Strategien verschiedener Tiere und Pflanzen diese - mit Hilfe des Menschen - zu überwinden.
Jeder Teilnehmer kann maximal 3 Fotos einsenden. Voraussetzung ist, dass diese in den Alpen aufgenommen wurden. Die Fotos im Digitalformat sind bis spätestens 15. Januar 2011 über die eigens eingerichtete Gruppe im FLICKR http://www.flickr.com/groups/econnect/ einzureichen.
Eine renommierte Expertengruppe unter dem Vorsitz von Denis Curti, Fotokritiker und Geschäftsführer der Fotoagentur Contrasto Italien, wird ab dem 15. März 2011 die besten 12 Fotos ermitteln. Laut Denis Curti ist d
ie Idee, „ein so komplexes Problem mit Hilfe von Fotos zu kommunizieren eine großartige Möglichkeit. So kann ein Thema wie ökologische Konnektivität, das von den allgemeinen Medien wenig beachtet wird, deshalb aber nicht weniger wichtig ist, auch der Öffentlichkeit nahe gebracht werden".
Die eingereichten Fotos werden von der Jury nach den Kriterien Thementreue, Kreativität, Originalität, Bildqualität und Technik bewertet.
Die 12 besten Fotos werden in einer Ausstellung im Rahmen der Abschlusskonferenz des ECONNECT-Projekts in Berchtesgaden (D) gezeigt. Außerdem wird daraus ein Kalender erstellt, der an alle europäischen Konferenzteilnehmer verteilt wird.
Die besten Bilder werden mit attraktiven Preisen belohnt:
- Wochenende in der Pilotregion Alpi Marittime, Locanda del Sorriso (www.locandadelsorriso.com)
- Wochenende in der Pilotregion „Berchtesgaden - Salzburg" mit Unterbringung im Alm- & Wellnesshotel Alpenhof ****s (www.alpenhof.in)
- Korb mit typischen Produkten aus den Schutzgebieten des WWF Italien
- Bildband WWF-White Star "Ultimi e selvaggi"
Weitere Preise für die Teilnehmer werden derzeit definiert.
Um auf die Bedeutung von ökologischen Netzwerken aufmerksam zu machen, plant der deutsche Ingenieur für Wildtiermanagement Peter Sürth eine Expedition quer durch die Alpen. Damit will er sich für den Erhalt und die Verbesserung der biologischen Artenvielfalt einsetzen. Zudem möchte Sürth die Menschen für das Zusammenleben zwischen Mensch und grossen Wildtierarten wie Wolf, Bär und Luchs sensibilisieren.
Um seine Anliegen zu kommunizieren, sieht er entlang seiner Route verschiedene Veranstaltungen vor. Eine Besonderheit dieser Exkursion ist, dass für Interessierte eine Teilnahme an einer Tagesetappe oder über einen längeren Zeitraum möglich ist. Die Exkursion wird unter Zuhilfenahme verschiedener Outdoor Sportarten bestritten. Sie besteht aus drei Etappen. Der Start für die erste Etappe durch Österreich erfolgt Ende August 2010 in Mariazell/A, die beiden letzten Abschnitte folgen im nächsten Jahr.
Quelle und weitere Informationen unter http://www.derwegderwoelfe.de/alpenexpedition.htm (de)
CIPRA Frankreich lädt Sie zu dem internationalen Seminar "Rechtliche Barrieren und Möglichkeiten zur Schaffung ökologischer Netzwerke und Korridore in den Alpen" ein. Das Seminar findet am 6. Mai 2010 in Grenoble (F) im Maison de la Nature et de l'Environnement de l'Isère (MNEI) statt. Es ist Teil der Aktivitäten des Arbeitspakets 6 „Rechtliche Barrieren" und wird in Zusammenarbeit mit dem Arbeitspaket 7 organisiert.
Expert/innen für Recht und Raumplanung, Leiter/innen von Schutzgebieten, Wissenschaftler/innen, Politiker/innen und Partner des ECONNECT-Projekts sind eingeladen, über dieses Thema zu diskutieren, um rechtliche Schwierigkeiten zu überwinden und Lösungen für die Schaffung ökologischer Netzwerke zu finden.
Die Teilnahme ist kostenlos. Senden Sie bitte das ausgefüllte Anmeldeformular bis spätestens 30. April 2010 zurück. Ein Übersetzungsdienst (Englisch-Französisch) steht zur Verfügung.
Extensiv bewirtschaftetes Grünland ist ein wichtiges landschaftliches Element für die ökologische Vernetzung in der Pilotregion Berchtesgaden - Salzburg. Die Verbesserung dieser Lebensräume trägt zum Schutz und Erhalt von Arten wie Schmetterlingen, Libellen und Heuschrecken bei. Das ist eine der Aufgaben der Teilprojekte von ECCONECT, an denen derzeit gearbeitet wird.
Laut Expertenmeinungen und aufgrund von räumlichen Analysen ist extensiv bewirtschaftetes Grünland ein wichtiger Aspekt der ökologischen Vernetzung in der Region. Um lebensfähige Metapopulationen der oben genannten Insekten zu erhalten, sind offene Flächen von guter Qualität in angemessener Entfernung notwendig. In der Pilotregion zwischen Deutschland und Österreich werden jedoch immer mehr dieser Flächen stillgelegt, weil ihre Bewirtschaftung unrentabel ist. ECONNECT unterstützt einen Prozess zur besseren ökologischen Vernetzung von extensivem Grünland, zum Beispiel durch die Entwicklung und Erprobung innovativer Verwaltungs- und Finanzierungsansätze. Als erster Schritt wird eine Reihe von Arten identifiziert, um die artenspezifischen Erfordernisse für eine ökologische Vernetzung von extensivem Grünland in der Pilotregion zu ermitteln.
Bei dem Workshop "Vielfalt vernetzen", der vom Projektkonsortium Ökologisches Kontinuum im Rahmen der NATUR-Konferenz am 12. Februar in Bern/Schweiz veranstaltet wurde, stellten Vertreter/innen der Pilotregion Berchtesgaden - Salzburg ihre Aktivitäten vor. Die Präsentationen und der Kurzbericht sind unter www.alpine-ecological-network.org/index.php/services-mainmenu-8/downloads-documents#natur2010 erhältlich.
Die französische Pilotregion Isère ist auf dem Gebiet der ökologischen Vernetzung sehr aktiv. Neben ECONNECT beteiligt sich die Region seit Februar 2009 an einem weiteren EU-Projekt mit dem Titel "Paths of Life". Dieses Projekt hat eine Laufzeit von sechs Jahren und verfügt über ein Budget von 9 Millionen Euro.
Im Rahmen dieses Projekts fanden mehrere Treffen vor Ort mit allen beteiligten Interessenträgern (Bürgermeister, Landwirte, Jäger, Naturschützer, ...) statt, bei denen Karten der Vegetationsstrukturen und Gebietskenntnisse diskutiert und ausgetauscht wurden.
Derzeit wird eine Fischpassage gebaut, die die Durchlässigkeit des Flusses Breda vor allem für Forellen verbessern wird. Für die Dauer der Bauarbeiten wurden alle Fische aus dem Fluss abgefischt und umgesiedelt. Weitere bauliche Maßnahmen, wie eine Unterführung oder die Installation von Wärmedetektoren für Tiere sind geplant.
Detaillierte Karten mit den geplanten Projektaktivitäten und weiteren Projektinformationen sind auf der Webseite: www.pathsoflife.eu (en, fr) zu finden.
Wie stark ist eine Flusslandschaft zerschnitten? Was sind die größten Barrieren und Hürden in Alpenflüssen? Mit diesen Fragen befasst sich das Institut für Ökologie der Universität Innsbruck im Rahmen seiner ECONNECT-Aktivitäten. Die Ergebnisse werden mit Hilfe von GIS dargestellt und im Anschluss werden mit den regionalen Wasserbehörden Gespräche über die Verringerung der Auswirkungen von ökologischen Barrieren und deren Rückbau geführt.
Flusslandschaften sind wichtige Lebensräume, Ausbreitungs- und Wanderwege für Wasser- und Landtiere sowie für Pflanzen. In dicht besiedelten Gebieten der Alpen und besonders in der Nähe von Schutzgebieten wurden die Flusslandschaften stark verändert und häufig zerstört. Dadurch wird die natürliche Ausbreitung und Wanderung von Land- und Wasserarten eingeschränkt oder sogar unterbunden. Ziel des Arbeitspakets 5 ist es, diese Situation zu verbessern, indem Möglichkeiten für den Aufbau von ökologischen Verbindungen und den Abbau von Barrieren und ihren Auswirkungen analysiert werden.
In einem ersten Schritt werden Barrieren analysiert, die die Durchlässigkeit von Fließgewässern - längs, seitwärts, vertikal und zeitlich - behindern. Zur Darstellung der Zerschneidung werden Fragmentierungsindexe verwendet. Parallel dazu werden typische Lebensräume und Flusstiere und -pflanzen (Lachsforelle, Äsche, Wels, Tamariske, ...) identifiziert. Potenzielle Barrieren, die den Lebensraum und die Ausbreitung dieser Arten beeinträchtigen können, werden in Karten dargestellt.
In der aktuellen Projektphase konzentriert sich die Arbeit auf bestimmte Pilotregionen. Dort werden bestehende Barrieren und Hürden in den Flusslandschaften identifiziert und mit den zuständigen regionalen Behörden wird anschließend geprüft, wie diese verringert oder beseitigt werden können.
Der Schweizerische Nationalpark (SNP) entwickelt derzeit ein webbasiertes Tool für die Analyse von Barrieren und Korridoren in der großen Pilotregion des Rätischen Dreiecks. Außerdem setzen sich zwei lokale Initiativen konkret für die Wiederherstellung ökologischer Verbindungen ein.
Die neue Karten-Applikation wird den Vergleich eines frei definierten Gebiets mit anderen nahegelegenen Gebieten und anhand bestimmter Indexe die Ermittlung der Gebiete mit dem größten Handlungsbedarf ermöglichen. Dieses Tool wird einerseits den Experten bei der Identifizierung der Vernetzungs-Hotspots und des ökologischen Kontinuums helfen und andererseits eine breitere Öffentlichkeit in der Pilotregion für diese Thematik sensibilisieren.
Neben der Entwicklung dieses Web-Tools unterstützt das ECONNECT-Team des SNP auch zwei lokale Initiativen in der Pilotregion des Rätischen Dreiecks (im Grenzgebiet zwischen Schweiz, Österreich und Italien) zur Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit.
Im österreichischen Inntal haben die Landesumweltanwaltschaft Tirol und der WWF Tirol ein Projekt zur Verbesserung der Migrationswege für ausgewählte Tierarten entlang der historischen Route "Via Claudia Augusta" gestartet. Dieses Gebiet ist von stark befahrenen Straßen durchzogen. Durch entsprechende Maßnahmen sollen diese Barrieren abgebaut und die Migration der ausgewählten Arten deutlich verbessert werden. ECONNECT unterstützt das Projektteam mit Fachwissen bei der Auswahl der Tierarten, bei der Definition von Korridoren und Barrieren sowie beim Zugang zu internationalem Know-how. Gleichzeitig sollen auch die italienischen und schweizerischen Projektpartner in der Pilotregion des Rätischen Dreiecks für dieses beispielhafte Projekt gewonnen werden.
In Südtirol/Italien hat die Umweltschutzgruppe Vinschgau eine Resolution zur Unterschutzstellung des Rambaches von der Schweizer Grenze bis zur Mündung in die Etsch verabschiedet. Die örtlichen Behörden planen den Bau eines kleinen Wasserkraftwerks am Rambach, dessen wirtschaftlicher Wert sehr gering ist. In den vergangenen Jahren wurde der Rambach auf Schweizer Seite saniert und ist heute ein gelungenes Beispiel für Renaturierung. Die Umsetzung des geplanten Projekts in Südtirol würde alle Anstrengungen im Schweizer Münstertal zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit dieses Fließgewässers zunichte machen und den Wert des Ökosystems erheblich mindern. Die Resolution zur Unterschutzstellung des Rambaches ist deshalb ein außerordentliches Beispiel für die Bedeutung von ECONNECT und die internationale Zusammenarbeit zur Verbesserung der ökologischen Verbindungen.
In Zukunft sollen sich Wildtiere besser zwischen den Alpen und den benachbarten Karpaten bewegen können. Das ist das Ziel des kürzlich gestarteten grenzüberschreitenden Projekts "Alpen-Karpaten-Korridor", das von der Europäischen Union mit ca. 2 Millionen Euro unterstützt wird.
Unter Einbeziehung von Naturschutz, Raumplanung, Verkehr, Land- und Forstwirtschaft, Jagd und Tourismus und vor allem auch der beteiligten Gemeinden werden konkrete Maßnahmen zur Sicherung der Lebensraumvernetzung definiert und in Form von Pilotprojekten umgesetzt. So sollen zum Beispiel Grünbrücken helfen, dass Hirsche und andere Tiere Autobahnen oder andere große Infrastrukturbauten auf ihren Wanderungen sicher überqueren können.
Unter der Federführung des österreichischen Bundeslandes Niederösterreich arbeiten elf Projektpartner aus Österreich und der Slowakei aus den Bereichen Verwaltung, Forschung, Naturschutz und Infrastruktur gemeinsam an dem Projekt, das bis Sommer 2012 dauern wird. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zu den Zielen der Alpen-, der Karpaten- und der Biodiversitätskonvention.
Quellen und Informationen: http://www.alpenkarpatenkorridor.at (de), http://www.wwf.at/de/akk (de)
Die Initiative Ökologisches Kontinuum unterstützt die Umsetzung von Maßnahmen zur Lebensraumvernetzung vor Ort mit einer neuen Reihe von Infoblättern für lokale Interessenträger in deutscher, französischer und italienischer Sprache. Einige dieser Infoblätter sind bereits online verfügbar.
Diese Infoblätter sind nicht nur als reine Informationsbroschüren gedacht. Sie sollen vor allem zum Handeln anregen und richten sich an alle Interessenträger, die sich mit dem Aufbau ökologischer Netzwerke befassen, wie zum Beispiel die ECONNECT-Pilotregionen. Die insgesamt zehn Infoblätter decken die wichtigsten Bereiche ab, in denen Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Vernetzung durchgeführt werden sollten: Land- und Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Jagd und Fischerei, Raumplanung, Verkehr, Naturschutz und Tourismus.
Für Gemeinden und andere Akteure, die eine wichtige Rolle beim Aufbau ökologischer Netzwerke spielen, werden darüber hinaus spezielle Infoblätter herausgegeben.
Jedes Infoblatt erklärt die Bedeutung des jeweiligen Bereichs für die Lebensraumvernetzung und nennt konkrete Maßnahmen, die von den Interessenträgern umgesetzt werden können. Außerdem werden in jedem Infoblatt Good-Practice-Beispiele aus dem Alpenraum vorgestellt, die die Wirksamkeit der durchgeführten Vernetzungsmaßnahmen belegen und die Interessenträger zur Nachahmung animieren sollen.
Die druckbaren PDF-Versionen der Infoblätter zum Thema Naturschutz (in Deutsch, Französisch und Italienisch), Landwirtschaft (in Deutsch und Französisch, die italienische Version folgt in Kürze) und Verkehr (Deutsch, die übrigen Sprachen folgen) stehen unter: www.alpine-ecological-network.org/index.php/services-mainmenu-8/downloads-documents (en) zum Download bereit. Die Druckversionen werden den ECONNECT-Pilotregionen im Mai zur Verfügung gestellt.
Das "GeoPortal", das zentrale Projektarchiv für alle räumlichen Daten und Karten zu ECONNECT ist jetzt online unter http://gis.eurac.edu. Ferner fand eine Sitzung der Arbeitsgruppe "Implementation strategy and data needs" zur Besprechung des Datenstands im aktuellen Projektstadium statt.
Das GeoPortal verfügt über Werkzeuge zum Browsen, Visualisieren, Downloaden und Uploaden von Daten und Metadaten. Darüber hinaus enthält es eine Übersichtskarte aller Pilotregionen in den Alpen sowie Übersichtskarten für jede Pilotregion mit Schutzgebieten und Natura 2000-Standorten. Die Karten stehen allen zur Verfügung, die sich für das ECONNECT-Projekt interessieren.
Die ECONNECT-Arbeitsgruppe "Implementation strategy and data needs" traf sich am 5. Februar zu einem Workshop in Bozen (I). Im Rahmen des Arbeitspakets 4 Leader EURAC Research wurde der aktuelle Datenstand des Projekts zusammengefasst und anschließend von allen Workshop-Teilnehmern diskutiert. Es stellte sich heraus, dass die für die Analyse in den Pilotregionen, d.h. für die Berechnung des Continuum Suitability Index benötigten räumlichen Daten mit den bisher gesammelten Daten übereinstimmen. Informationslücken gibt es noch in einigen Regionen, in denen die Gespräche mit der Verwaltung fortgesetzt werden. Bei dem Treffen wurde darauf hingewiesen, dass für eine optimale Nutzung von detaillierteren Datensätzen die verschiedenen regionalen Daten nicht in der Weise harmonisiert werden sollten, dass sie den kleinsten gemeinsamen Nenner darstellen.
Die ECONNECT-Webseite wurde jüngst in die vier Projektsprachen (Französisch, Deutsch, Italienisch und Slowenisch) übersetzt und wird in Kürze durch Karten ergänzt werden.
Das Arbeitspaket 3 "Informations- und Öffentlichkeitsarbeit" plant für den Zeitraum Juni-Dezember 2010 einen Fotowettbewerb, an dem sich Fotografen aus dem gesamten Alpenraum beteiligen können. Das Thema des Wettbewerbs und die Mitglieder der Jury stehen bereits fest. Als Plattform für den Wettbewerb dienen das Social Network Flickr und die ECONNECT-Webseite. Weitere Informationen werden in Kürze unter www.econnectproject.eu bereitgestellt.
Über das im Rahmen des Arbeitspakets 4 entwickelte "GeoPortal" werden Karten der Pilotregionen online zur Verfügung gestellt, die einen Überblick darüber vermitteln, welche Gebiete am ECONNECT-Projekt beteiligt sind und welche Maßnahmen geplant und durchgeführt werden. Durch das GeoPortal wird die Webseite also noch attraktiver. Die Karten werden mit Google Maps dargestellt und zeigen, wo die Maßnahmen der Pilotregionen durchgeführt werden.
Im vergangenen November folgten 100 Personen aus acht europäischen Ländern der Einladung zu einem Workshop in Grenoble/Frankreich und nutzten diese Gelegenheit für einen aktiven Wissenstransfer über ökologische Netzwerke.
Die Diskussionen im Rahmen des Workshops halfen den ECONNECT-Partnern, sich auf geeignete Methoden zu verständigen, die nun zur Modellierung von Lebensräumen und Korridoren im gesamten Alpenraum sowie zur Sichtbarmachung ökologischer Barrieren verwendet werden.
In verschiedenen Präsentationen wurden methodische Vorgehensweisen aus verschiedenen Fallstudien vorgestellt und mit den Teilnehmern diskutiert. Es wurden Diskussionsgruppen gebildet für den Wissensaustausch über drei wichtige Aspekte der Projektmethode und Projekttätigkeit: aquatische Korridore, terrestrische Korridore und partizipative Ansätze. Der Workshop als Instrument für den aktiven Wissenstransfer im Rahmen des Arbeitspakets 8 profitierte vom Fachwissen und von der direkten Beteiligung aller Teilnehmer und brachte viele nützliche Ergebnisse für alle beteiligten Interessenträger, Verwalter, Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaftler und Meinungsführer.
Aufgrund der Expertendiskussionen während des Workshops legten die Partner des Arbeitspakets 5 geeignete Methoden für die Habitat- und Korridormodellierung im gesamten Alpenraum sowie für die Sichtbarmachung ökologischer Barrieren fest. Für diese Arbeit wurden Korridormodelle für die funktionelle Landschaftsvernetzung (Functional Landscape Connectivity Corridor Models) gewählt. Die Wahl der geeigneten Modellierungsmethoden war der erste wichtige Schritt zur Identifizierung von Korridoren und Barrieren.
Der nächste Schritt im Arbeitspaket 5 ist die Sammlung von Beobachtungsdaten über die Indikatorenarten (vier Waldsäugetiere, zwei Vögel, zwei Wassertiere). In diesem Zusammenhang wurden Gespräche mit verschiedenen Experten geführt und die Daten über eine Vogelart (Birkhuhn) sind ausreichend, um mit dem Modellierungsprozess zu beginnen. Die Sammlung weiterer Daten ist dennoch wünschenswert. Derzeit wird mit den vorhandenen Daten über das Birkhuhn ein Test durchgeführt und erste Ergebnisse werden in Kürze vorliegen.
Am 18. Februar beschloss die Region Lombardei (Italien) offiziell das Regionale Ökologische Netzwerk, das die vorrangigen Schutzgebiete, die 2001 in Gap vom Europäischen Alpenprogramm des WWF und seinen Partnern ermittelt wurden, in die regionale Raumplanung einbezieht und berücksichtigt. Es handelt sich dabei um eine wichtige Entscheidung für Italien, aber auch für alle Alpenländer und einschlägigen Projekte wie ECONNECT. Denn erstmals hat ein ökologisches Netzwerk in Italien Gesetzeskraft erlangt.
Diese richtungsweisende Entscheidung bedeutet, dass von nun an alle Provinzen der Lombardei dieses Gesetz befolgen und die in das Regionale Ökologische Netzwerk einbezogenen Gebiete bei ihrer Planungstätigkeit berücksichtigen müssen. Die Region, die Fondazione Lombardia Ambiente und private Sponsoren werden darüber hinaus einen zweijährigen Monitoring-Plan finanzieren, der in diesem Jahr startet.
Im Rahmen des Alpenraum-Projekts "ECONNECT" wurden in den drei Bundesländern Oberösterreich, Niederösterreich und Steiermark Interviews mit 170 Interessenträgern geführt. Mittels eines Fragebogens wurden sie nach ihren Kenntnissen, Erfahrungen und Ideen zur Vernetzung von Lebensräumen und zu möglichen Barrieren befragt.
In diesen Interviews konnten eine Vielzahl von Meinungen zu diesem Thema und Informationen zu geplanten oder laufenden Projekten für ökologische Vernetzung in der Region gesammelt werden.
Die Interessenträger wurden auch zu Lebensräumen sowie Tier- und Pflanzenarten befragt, was für die Vernetzung in der Pilotregion sehr wichtig ist; außerdem wurden sie gefragt, ob sie sich an der Ausarbeitung von Projekten beteiligen wollen.
Gleichzeitig wurde eine Datenbank mit Finanzierungsmöglichkeiten erstellt. Sie enthält sämtliche Fördermittel, die für Projekte zur Verbesserung der ökologischen Vernetzung zur Verfügung stehen.
Am 9. Dezember wurden die Ergebnisse dieser zwei Aktivitäten rund 45 Teilnehmern im Besucherzentrum Ennstal (Nationalpark Kalkalpen, Oberösterreich) präsentiert.
Die nächsten Schritte im Rahmen des ECONNECT-Projekts umfassen den Informations- und Erfahrungsaustausch mit Interessengruppen sowie die Festlegung von Zielen, Themen und Projekten in der Pilotregion in vier Arbeitsgruppen:
- Kommunikation - Öffentlichkeitsarbeit - Regionalentwicklung - Tourismus
- Fließgewässer und Flusshabitate
- Naturnaher Wald
- Grünland und Almen
Das ECONNECT-Projekt verfolgt das Ziel, bestmögliche Bedingungen für eine ökologische Vernetzung im Alpenraum zu schaffen und so Art. 12 des Protokolls "Naturschutz" der Alpenkonvention umzusetzen: "Die Vertragsparteien treffen die geeigneten Maßnahmen, um einen nationalen und grenzüberschreitenden Verbund ausgewiesener Schutzgebiete, Biotope und anderer geschützter oder schützenswerter Objekte zu schaffen. Sie verpflichten sich, die Ziele und Maßnahmen für grenzüberschreitende Schutzgebiete aufeinander abzustimmen."
Ein wichtiger Teil des Projekts betrifft die rechtlichen Barrieren (Arbeitspaket 6). Mit diesem Thema beschäftigt sich federführend das italienische Umweltministerium gemeinsam mit EURAC, der Region Aostatal und CIPRA Frankreich. Die entsprechende Arbeit schreitet kontinuierlich voran, während ECONNECT in sein zweites Jahr startet.
Das Hauptziel dieses Arbeitspakets besteht darin, die Rechtsgrundlagen für ökologische Netzwerke in den verschiedenen Alpenländern zu prüfen, Beispiele zu liefern und Good Practices vorzuschlagen (wie etwa EVTZ, der Europäische Verbund für territoriale Zusammenarbeit, ein neues Instrument der Europäischen Union), um Verbindungen zwischen grenzüberschreitenden Schutzgebieten herzustellen und so die Migration und den Erhalt des Tier- und Pflanzenbestands im gesamten Alpenraum zu fördern.
So wird zum Beispiel derzeit von Experten der EURAC, einem innovativen Institut für angewandte Forschung im Herzen der Alpen, und der Region Aostatal eine Vergleichsanalyse der rechtlichen Rahmenbedingungen für ökologische Netzwerke in allen Alpenländern durchgeführt. Ein erster Vergleich findet zwischen Frankreich und Italien statt, um die aktuelle Lage zu bewerten und eine Methode zu entwickeln, die auf andere Gebiete übertragbar ist.
Die an diesem Arbeitspaket beteiligten Projektpartner analysieren darüber hinaus auch die rechtliche Situation in den Pilotregionen des ECONNECT-Projekts, bei denen es sich in vielen Fällen um grenzüberschreitende Gebiete handelt. CIPRA organisiert für den 6. Mai in Grenoble/Frankreich einen Workshop, der sich speziell mit den Pilotregionen befasst. Es handelt sich dabei um eine Folgeveranstaltung zu einem vorausgegangenen Workshop über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen alpinen Schutzgebieten, der auf Initiative des italienischen Umweltministeriums und EURAC am 19. April 2009 in Domodossola/Italien stattfand. Der Workshop wird auch Gelegenheit zur Diskussion der vorläufigen Ergebnisse einer Umfrage in den Pilotregionen bieten.
Die an der Umsetzung eines alpenweiten ökologischen Verbunds beteiligten Akteure werden bei diesem Workshop auch Gelegenheit haben, die rechtlichen Aspekte dieses gemeinsamen Vorhabens zu diskutieren. Die Ergebnisse der Workshops und der laufenden Analysen werden in einem Schlussbericht zusammengefasst und bei der für Dezember 2010 in Aosta/Italien geplanten Abschlusskonferenz zum Thema ökologische Vernetzung und Gesetzgebung vorgestellt.
Bis dahin wird dieses Arbeitspaket des Projekts hoffentlich zur stärkeren Bewusstseinsbildung unter den beteiligten Akteuren beitragen können, damit die Verwaltung von grenzüberschreitenden Korridoren besser abgestimmt und die Gesetzgebung nicht als Barriere sondern als Instrument wahrgenommen wird.
Die psychologische Hemmschwelle bei der Planung und Genehmigung von Projekten in sensiblen Hochgebirgsräumen ist im Jahr 2009 weiter gesunken. Der Österreichische Alpenverein (ÖAV) warnt vor der Zerstörung alpiner Landschafts- und Erholungsressourcen. Er fordert Rahmenbedingungen für eine ausgewogene alpine Raumordnung, damit das charakteristische alpine Landschaftsbild erhalten bleibt.
Österreichweit ist ein Trend zur Errichtung von Seilbahnen und skitechnischen Einrichtungen in Schutzgebieten und anderen landschaftlich wertvollen Gebieten zu beobachten. Als Beispiele sind hier die geplante Seilbahn durch das Naturschutzgebiet Warscheneck, die Stollenbahn durch die Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern von Sportgastein zum Schareck oder das Pendelbahnprojekt im Ruhegebiet "Kalkkögel" zu nennen.
2010 will der ÖAV alle diese Fälle eingehend prüfen. In einer Ende 2009 abgehaltenen Pressekonferenz forderte der ÖAV die Tiroler Landesregierung auf, Rahmenbedingungen zu schaffen, die keine Erschließungen in Schutzgebieten zulassen.
Der Piz Val Gronda ist ein besonders interessantes Beispiel dieses Prozesses. Seit 30 Jahren ist der schweizerisch-österreichische Grenzberg immer wieder durch neue Erschließungsvorhaben bedroht. Angesichts der reichhaltigen Pflanzenwelt und der außergewöhnlichen geologischen und geomorphologischen Vielfalt des Gebietes konnten diese Pläne bislang verhindert werden.
Der Fachbeitrag des ÖAV "Piz Val Gronda - einzigartige Naturoase in Österreichs Bergen" steht unter: http://www.alpenverein.at/naturschutz/Publikationen/Fachbeitraege/index.php?navid=43 (in Deutsch) zum Download zur Verfügung.
Ökologische Korridore tragen nicht nur zum Erhalt der Biodiversität, sondern auch zur Verringerung der Verkehrsunfälle auf Autobahnen bei.
ECONNECT ist ein innovatives europäisches Projekt im Rahmen des Alpenraum-Programms 2007-2013, das die Wiederherstellung von ökologischen Verbindungen zwischen verschiedenen Lebensräumen im Alpenraum zum Ziel hat. Das Problem der Verkehrsunfälle mit Tieren ist ein wichtiges Thema von ECONNECT. Wildlebende Tiere wie Huftiere, Raubvögel, Fische und Amphibien bewegen sich zur Nahrungssuche und Reproduktion immer auf denselben Wegen. Wenn diese Wege von Autobahnen gekreuzt werden, entsteht eine gefährliche Situation sowohl für die Autofahrer als auch für die Tiere.
Laut dem Naturpark Alpi Marittime, einer der sieben Pilotregionen des Projekts, wurden in den letzten zwei Jahren im Gebiet von Cuneo 419 Verkehrsunfälle mit Huftieren verzeichnet (Daten der Landesverwaltung Cuneo, Ressort Tier- und Pflanzenschutz). Diese Unfälle, die das Leben von Autofahrern gefährden, wären in den meisten Fällen durch eine bessere Raumplanung, eine sorgfältigere Infrastrukturplanung und einen gezielteren Einsatz bestehender Technologien vermeidbar gewesen. Im französischen Département Isère (einer weiteren ECONNECT-Pilotregion) werden neue Systeme getestet, die Tieren das Überqueren von stark befahrenen Straßen erleichtern sollen. Dabei werden auf beiden Straßenseiten Bewegungs- und Wärmemelder angebracht und ein Blinksignal warnt Autofahrer vor überquerenden Tieren.
Der Nationalpark Alpi Marittime wurde aufgrund seiner großen biologischen Vielfalt und seiner geographischen Lage, die ihn zu einem Bindeglied zwischen Alpen und Provence, Mittelmeer und Poebene macht, als Pilotregion gewählt. Weitere italienische Institutionen, die dieses Projekt unterstützen, sind die Autonome Region Aostatal, die Europäische Akademie in Bozen, das Umweltministerium und der WWF Italien. Neben dem Nationalpark Mercantour (Frankreich) und dem Flusspark Gesso & Stura, die unmittelbar mit dem Park Alpi Marittime zusammenarbeiten, beteiligen sich an dem Projekt auch andere Behörden und Institutionen, die mit ihrer Kompetenz konkret zur Problemlösung im Bereich Naturschutz und Biodiversität beitragen können.
Ziel des ECONNECT-Projekts ist die Schaffung ökologischer Korridore (Naturräume, in denen die Ausbreitung von Flora und Fauna nicht durch künstliche Barrieren behindert wird) zwischen verschiedenen Alpengebieten, um die für das Überleben der Tier- und Pflanzenarten notwendige Erhaltung des Genoms sicherzustellen. Gleichzeitig fördert ECONNECT die Schaffung eines Netzwerks, das durch gemeinsame Lösungsansätze wissenschaftliche und methodische "Grenzen" überwindet.
Die Aktivitäten des italienischen Parks konzentrieren sich auf drei Bereiche:
- Durchgängigkeit in der Luft: Verringerung der Gefahren für Vögel (Birkhuhn, Alpenschneehuhn und Steinhuhn) durch Skiliftkabel und Stromleitungen. Vor allem im Stura-Tal, wo der Bau eines Windparks geplant ist, soll die Sicherheit für migrierende Raubvögel verbessert werden.
- Durchgängigkeit in Gewässern: Erfassung aller vorhandenen Barrieren in Fließgewässern und Entwicklung von Lösungen zur Verringerung oder Beseitigung von Hindernissen für Wasserpflanzen und -tiere.
- Durchgängigkeit an Land: Identifizierung von Infrastrukturen, die ein Problem für besonders empfindliche Arten darstellen.
Als Teil der in ECONNECT WP 8 „Wissenstransfer" vorgesehenen Aktionen organisieren die Universität Innsbruck, Cemagref Grenoble und der Conseil Général de l'Isère (Pilotregion, Frankreich) einen internationalen Workshop, der vom 4. bis 6. November 2009 in der Nähe von Grenoble stattfindet. Der Workshop hat zum Ziel, gemeinsame Methoden und Konzepte für ein harmonisiertes Verständnis der Projektziele zu diskutieren und auszutauschen.
Anmeldung zur ECONNECT WP8-Sitzung in Grenoble unter
http://econnect2009.congres-scientifique.com
Bei dieser Tagung soll die Beziehung zwischen Klimawandel und Rückgang der Biodiversität beleuchtet werden. Tatsächlich muss in den kommenden Jahrzehnten in Mitteleuropa und besonders im Alpenraum mit tiefgreifenden Veränderungen der Artenzusammensetzung und Lebensräume gerechnet werden. Die Einrichtung eines ökologischen Kontinuums zur Erleichterung der Migration kann ein wichtiger Lösungsansatz sein.
TrasEcoNet wird im Rahmen des Central Europe-Programms durchgeführt und vom europäischen Fonds EFRE kofinanziert. Hauptziel des Projekts ist die Erarbeitung von Strategien und Empfehlungen für Entwicklung und Management grenzübergreifender ökologischer Netzwerke in Mitteleuropa.
Um das kulturelle und natürliche Erbe langfristig zu erhalten, strebt TransEcoNet eine bessere Vernetzung von Schutzgebieten und wenig oder nicht geschützten Landschaften über nationale Grenzen hinweg an. Der Fokus wird auf ungeschützte Landschaften - die Lücken zwischen Schutzgebieten - gelegt. Die Untersuchungsgebiete des Projekts liegen in oder zwischen den ökologischen Netzwerken der Alpen, Karpaten und des Green Belts. Mehr Informationen gibt es in der Projektbroschüre und auf der Website www.transeconet.eu
Die ECONNECT-Pilotregionen trafen sich vom 18. bis 20. Mai 2009 in Zernez (CH). An dem Treffen nahmen nicht nur Pilotregionen, sondern auch Vertreter des WP 4 (Datenmanagement), WP 5 (Barrieren und Korridore) und WP 6 (Rechtliche Barrieren) teil. Die Gespräche führten zu einer harmonisierten Methode zur Umsetzung der Projektziele, die auf Indikatorarten und Indizes basiert. Zurück zum Seitenanfang.
Der von der Europäischen Akademie Bozen (EURAC-Forschung) und der Università Cattolica del Sacro Cuore - Centro Studi Val d'Ossola mit der institutionellen Unterstützung des italienischen Ministeriums für Umwelt, Land und Meer organisierte Workshop ist der erste von insgesamt zwei Workshops (der zweite Workshop wird von der CIPRA in Frankreich organisiert), die auf die Identifizierung gesetzlicher Barrieren für eine ökologische Vernetzung in den Alpen abzielen. Im Workshop sollen die Gesetzgebungen der Schutzgebiete in jedem Alpenstaat (je nach Schutzgebietstyp und entsprechendem gesetzlichen Rahmen) untersucht und besonderes Augenmerk auf grenzübergreifende Aspekte gelegt werden, wie z.B. Natura 2000, das Smaragd-Netzwerk und der Aufbau eines ökologischen Netzwerks in den Alpen.
Nach dem Workshop findet in Domodossola am 17. April eine Themenkonferenz über grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen alpinen Schutzgebieten statt.
Konferenz Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Die Auftaktveranstaltung für das ECONNECT-Projekt wird am 4. und 5. November 2008 an der veterinärmedizinischen Universität in Wien (Österreich) stattfinden.
Der öffentliche Beginn ist für den 4. November 2008 von 16.00 bis 18.30 h vorgesehen. Die Teilnahme ist kostenlos, es gibt eine Simultanübersetzung in Deutsch, Italienisch, Französisch und Englisch
Der öffentliche Auftakt des ECONNECT-Projekts fand am 4. und 5. November 2008 an der veterinärmedizinischen Universität in Wien (Österreich) statt.
Die zweitägige Veranstaltung bot Gelegenheit für Diskussionen und es wurden - was fast noch wichtiger ist - die nächsten Schritte der Projektumsetzung überprüft. Wie Chris Walzer (Lead Partner) sagt: „Das Projekt wird sich nicht nur mit physischen Barrieren wie Strassen und Flussdämmen befassen, sondern vor allem bestrebt sein, die Barrieren „in den Köpfen" der verschiedenen Interessensträger und Institutionen abzubauen". Neben internen Sitzungen fand in der Veterinärmedizinischen Universität Wien auch eine öffentliche Projektvorstellung statt. Dies war eine gute Gelegenheit für die Pilotregionen, sich direkt an die Öffentlichkeit zu richten. Zusätzlich wurden in einer Podiumsdiskussion die Faktoren und Hindernisse für einen ökologischen Verbund in den Alpen angesprochen und diskutiert.